Live-Online Trainings richtig durchführen

Wolfgang Nichtl-Pecher | 31. Juli 2020

Teilnehmer, Tools und Techniken. Dies sind die drei Themenfelder, denen wir vor Beginn jedes unserer Live-Online-Trainings besondere Aufmerksamkeit schenken.

Teilnehmer:

Wieviele Teilnehmer werden am Live-Online-Training teilnehmen? Wie setzt sich das Team bzw. die Gruppe zusammen? Arbeiten alle Teilnehmer "remote" (z.B. aus dem Home-Office) oder befinden sich einige der Teilnehmer gemeinsam an einem Ort (z.B. in einem Seminarraum der Niederlassung)? Kennen sich die Teilnehmer alle untereinander? Befinden sich alle Teilnehmer in der gleichen Zeitzone?

Alle diese Fragen lassen sich gut vor Beginn des Live-Online-Trainings via Email beantworten. Falls die Teilnehmer sich nicht kennen, empfiehlt sich vorab ein "Coffee call" oder ein "Get A Head Start", um sich auf informelle Weise bekannt zu machen. Das kann durch eine kleine Aufgabe ("Me in images"), durch gezielte Fragen nach Gemeinsamkeiten oder durch Quizfragen etc. erfolgen. Ein Anzeichen für eine gute Vertrauensbasis im Team bzw. in der Gruppe ist es, wenn alle Teilnehmer bereit sind, ihre Kamera während des Live-Online-Trainings angeschaltet zu lassen.

Als optimale Team- oder Gruppengröße empfehlen wir 10-14 Teilnehmer für eine Live-Online-Session von max. 120 Minuten. Länger sollte die Online-Session unserer Erfahrung nach nicht dauern. Die Sessions in kleinere Einheiten von max. 60 Minuten zu unterteilen ist eine gute Möglichkeit, die Aufmerksamkeit der Teilnehmer hoch zu halten insbesondere dann, wenn anspruchsvolle Themen bearbeitet werden.

Tools

Hier gilt es eine gute Balance zu finden zwischen dem "So wenig wie möglich, so viel wie nötig." Die ausgewählten digitalen Werkzeuge sollten eine gute und sichere Kommunikation in Echtzeit ermöglichen. Von besonderer Bedeutung ist hier eine hohe Qualität der Audio-Verbindung. Chat und Email erlauben eine asynchrone Kommunikation z.B. falls ein Teilnehmer gerade keine Audioverbindung hat oder der Moderator einen Link verteilen möchte. Der Einsatz von digitalen Whiteboards unterstützt das visuelle Denken der Teilnehmer und erlaubt z.B. in Breakout Sessions erarbeitete Inhalte mit allen Teilnehmern zu teilen. Digitale Werkzeuge mit der Möglichkeit während des Live-Online-Trainings Quizfragen zu stellen oder Abstimmungen durchzuführen, finden bei den Teilnehmern guten Anklang und regen das Mitarbeiten an. Die Vor- und Nachbereitung des Live-Online-Trainings (PDF´s, Videos, Photominutes, etc.) erfordert einen sicheren, via Passwort erreichbaren Speicherort, der es den Teilnehmer erlaubt wahlweise und strukturiert auf die Trainingsinhalte zugreifen zu können, insbesondere dann, wenn es sich um ein mehrtägiges Live-Online-Training handelt.

Jedes eingesetzte digitale Werkzeuge sollte dabei genau einem Zweck zugewiesen werden (z.B. Visualisierung = White Board; Asynchrone Kommunikation = Chat).

Alle digitalen Werkzeuge sollten vor ihrem Einsatz im Live-Online-Training ausgiebig getestet werden. Wir empfehlen jedem Moderator sich vorab als Teilnehmer in den virtuellen Raum einzuwählen, um auch die Teilnehmer-Perspektive kennenzulernen. Auf diese Weise lernt man etwas "Troubleshooting", falls ein Teilnehmer doch Probleme mit der Anwendung haben sollte. Sehr hilfreich ist auch ein Vorabtest mit Personen, die die Software vorher noch nie benutzt hatten, um Schwachpunkte aufzudecken. Nicht alles erschließt sich intuitiv bzw. ist "selbsterklärend".

Sehr gute Erfahrung haben wir damit gemacht, etwa 1-2 Tage vor Beginn des Live-Online-Trainings einen "Save-Launch"-Termin von etwa 30-60 Minuten mit den Teilnehmern zu vereinbaren. Im Rahmen dieses "Save-Launch" erklären wir den Teilnehmern die Funktion aller im Online-Training eingesetzten digitalen Werkzeuge, testen den Zugang sowie die Aktualität des entsprechenden Browsers und schalten zwischen den verschiedenen Kanälen (Video-Konferenz, Breakout Session, White Board, Screen Sharing, etc.). Eine vorab verteilte Kurzbeschreibung der digitalen Werkzeuge und ihrer wesentlichen Funktionen unterstützt die Teilnehmer dabei.

Techniken

Im Vergleich zu einem Präsenztraining ist es nötig, die eingesetzten Techniken analog einem "Drehbuch" zu planen. Einzel- und Gruppenaktivitäten sollten sich dabei abwechseln, klare Anweisungen die Übung oder das Setting beschreiben. Mit einem Frage-Quiz oder einem "Takeaway" lässt sich prüfen, ob der Wissenstransfer gelungen ist. Meinungsumfragen, Abstimmungen und Dialogwerkzeuge helfen dabei, ein hohes Maß an Interaktion auf Seiten der Teilnehmer zu erzeugen.

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