Prozess-Audits mittels Blockchain-Technologie

Johannes Pecher | 28. Februar 2019

Was ist eine Blockchain?

Eine Blockchain ist - vereinfacht dargestellt - eine Liste von Datenblöcken, die kontinuierlich erweiterbar ist und deren Blöcke analog den Gliedern einer Kette miteinander verknüpft sind (daher „Blockchain“). Die Verknüpfung der einzelnen Blöcke erfolgt mittels kryptografischer Algorithmen. Eine Blockchain funktioniert letztlich wie ein digitales Grundbuch.

Das Besondere an einer Blockchain ist, dass sie nicht von einer einzigen zentralen Institution, wie z.B. einer Bank oder einer Regierungsstelle, verwaltet wird, sondern in mehreren Kopien von verschiedenen Teilnehmern an unabhängigen Orten (Servern) innerhalb eines dezentralen Netzwerks gespeichert wird. Jeder der Teilnehmer im Netzwerk kann Änderung im digitalen Grundbuch vornehmen, aber nur durch das Befolgen bestimmter Regeln und der Zustimmung der übrigen Teilnehmer im Netzwerk („Konsens-Protokoll“). Somit ist es möglich, jede Transaktion auf ihre Echtheit zu prüfen.

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Anwendung im Prozess-Audit

Eine mögliche Anwendung der Blockchain-Technologie ist es, diese auf den Herstellprozess eines Produkts anzuwenden. Wie in der oben stehenden Grafik gezeigt, wird nach jedem Prozessschritt ein Produktstatusereignis erzeugt, das unveränderlich und fälschungssicher in der Blockchain gespeichert wird.

Auf diese Weise kann ein regelkonformer Produktionsablauf entlang der Wertschöpfungskette sowie im gesamten Produktionsökosystem sichergestellt werden - auch über Unternehmens- und Ländergrenzen hinweg. Jeder Auftragnehmer, OEM oder Endkunde des Netzwerks kann die komplette Historie aller Produktionsereignisse einsehen und als Grundlage für Prozessaudits, Produktvalidierung, Qualitätssicherung und Echtheitsprüfung heranziehen. Die Vorteile sind eine Reduktion der Fehlerquote, der Prozess- und Herstellkosten sowie der Prävention von Betrug oder Raubkopien.